Interaktive Videos – Engagement der Zuschauer steigern

Call-to-Action 2.0

Das Internet ist ohne Videos kaum noch vorstellbar. Nichts anderes fesselt die Aufmerksamkeit der Nutzer in der Breite mehr, als bewegte Bilder. Andere Medien wie Text oder Podcasts haben da das nachsehen. Denn ein gut durchdachtes Videos stellt komplexe Zusammenhänge – zum Beispiel mit Hilfe von dynamischen Grafiken und Animationen einfacher dar, als Worte es könnten.

Wenn man nun einen Schritt weitergeht, stellt sich die Frage: Lässt sich das Medium Video mit seinen schier unendlichen Möglichkeiten so optimieren, dass es nicht nur die Aufmerksamkeit der Nutzer erregt, sondern diese auch möglichst aktiv involviert? Genau hier setzen interaktive Videos an, die oftmals als „next big thing“ im Bereich der Internet-Clips gepriesen werden. So ganz neu ist dabei zwar weder die Idee der Einbindung von Interaktivität in Videos, noch deren praktische Umsetzung. Dennoch: Interaktive Videos sind gern gesehene (und erlebte) Erfahrungen, die den Zuschauer mitreißen.

Vom Call-to-Action zum interaktiven Video

Jedem von uns ist der kleine Bruder des interaktiven Videos mit Sicherheit schon begegnet: Dem Call-to-Action. Der „Call-to-Action“ steht für die Aufforderung, eine Handlung zu vollziehen. Im Bereich Marketing ist damit meist der Hinweis gemeint, die Webseite oder den Online-Shop aufzusuchen. So werden – neben reinen Klickzahlen und Verweildauer – auch Conversions generiert.

Mit interaktiven Videos Conversion generieren - so funktioniert es.

So ein Call-to-Action am Ende oder im Verlauf eines Videos gilt heute aber kaum mehr als „interaktiv“. Neue Möglichkeiten, die findige Programmierer in den USA entwickelt haben, erlauben es inzwischen, den Zuschauer wirklich aktiv in ein Video einzubinden. Ein gelungenes Beispiel für den Einsatz von interaktiven Videos bietet die erfolgreiche Videoplattform eko.com. Die hat es sich zum Ziel gemacht, ein Ökosystem für filmische, interaktive Videos zu erstellen. Zuschauer werden hier in die Lage versetzt, in Echtzeit Entscheidungen zu treffen. So können sie die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise erleben und den Verlauf des Videos beeinflussen.

Die Möglichkeiten für jegliche Art von Videos sind natürlich enorm. Das interaktive Storytellling erlaubt es jedoch, den Nutzer auf ganz neue Weise einzubinden. So lassen sich beispielsweise auch Daten sammeln und verschiedene Möglichkeiten darstellen. Ganz nebenbei erhöht sich die Verweildauer im Durchschnitt noch einmal erheblich. Die zugrunde liegende Technik ist dabei gar nicht so neu, die technische Umsetzbarkeit und die mit der Erstellung interaktiver Videos verbundenen Kosten sind inzwischen aber deutlich handhabbarer, als noch vor einigen Jahren.

Was bedeutet interaktiv eigentlich genau?

Das Wort interaktiv stammt ursprünglich aus dem lateinischen. Es verbindet die beiden Begriffe inter (inmitten, zwischen, unter) und agere (treiben, betreiben) miteinander. Ganz allgemein wird der Begriff der Interaktivität (und dem davon abgeleiteten Adjektiv interaktiv) als die Beschreibung einer Wechselbeziehung zwischen zwei Größen oder Entitäten verwendet, bei der Informationen ausgetauscht werden. In Bezug auf interaktive Videos bedeutet dies, dass der Betrachter die Möglichkeit erhält, seine passive Zuschauerrolle aufzugeben. So kann er aktiv, also handelnd (agierend) in den Verlauf des Videos eingreifen und dieses so substantiell beeinflussen. Der zuvor passive Zuschauer wird so zum handelnden Subjekt und die ansonsten klar verteilte Rollen von Sender und Rezipient verschwimmen.

Dies bedeutet nicht selten auch ein sehr viel engeres und vertrauteres Verhältnis des Nutzers zum Video (und Unternehmen). Die Rolle zwischen Passivität und Aktivität wechselt hin und her und der Ablauf wird (zumindest in der so entstehenden Illusion der freien Handlung) direkt beeinflusst. Richtig frei sind die Möglichkeiten der Einbindung von Handlungen für den Nutzer aber natürlich nicht. Die Variablen wären schlichtweg viel zu groß. Daher greifen die meisten zeitgemäßen interaktiven Videos bei jeder durchführbaren Aktion eine Art Multiple Choice Frage auf. Hier bekommt der Nutzer eine Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten vorgegeben und kann sich für eine der Möglichkeiten entscheiden.

Engagement Videos

Engagement, das heißt sich einbringen, aktiv werden. Unter dieser Form der Videos werden interaktive Videos eingeordnet, die den Nutzer aktiv dazu auffordern, Entscheidungen zu treffen. Diese haben dann eine direkte Auswirkung auf das weitere Storytelling.

Spielbare Rekrutierungserfahrung bei einem interaktiven Video.
Deloitte zeigt mit dem Film ‚Passt Du zu Deloitte‘ eine Interaktive, spielbare Rekrutierungserfahrung

Ein schönes Beispiel ist das Recruitment Video der neuseeländischen Dependance der Analytics-Firma Deloitte. Eine Abfolge von alltäglichen Geschehnissen (Kaffee verschütten, Geburtstag einer Kollegin, Drucker verstopft) muss vom Zuschauer durch das Auswählen einer von drei Möglichkeiten bewältigt werden. So stellt sich das Unternehmen nicht nur dar, sondern vermittelt durch die Art der Vorkommnisse und der dem Zuschauer bzw. Nutzer an die Hand gegebenen Möglichkeiten auch die eigenen Werte und Leitbilder zu vermitteln.

Interaktive Videos für Youtube

Durch die Möglichkeit der internen und inzwischen auch externen Verlinkung von anderen Inhalten in YouTube Videos war und ist die größte Hosting Plattform nach wie vor ein Vorreiter im Bereich interaktiver Videos. Die neuen technischen Möglichkeiten, die es interaktiven Videos ermöglicht, den Nutzer mithilfe von Multiple Choice Angeboten direkt in die Handlung einzubinden unterstützt YouTube leider noch nicht.

YouTube selbst bietet leider noch keine Möglichkeit zur Erstellung interaktiver Videos. YouTuber wie Julien Bam werden bei der Erstellung eines interaktiven Videos daher gerne selbst mal kreativ.

Die Betonung liegt hier ganz klar auf „noch“. Denn es ist leicht abzusehen, dass die steigende Beliebtheit interaktiver Videos schon bald Neuerungen und Anpassungen mit sich bringen wird. Trotzdem bietet auch YouTube einige „Umwege“ zur Interaktivität. Daher ist die Plattform, vor allem aufgrund der enormen Reichweite, ein beliebter Ort für interaktive Videos.

Interaktive Erklärvideos

Die Möglichkeit zur Interaktivität ist nicht nur für Marketing oder Recruiting Videos interessant, sondern auch für Erklärvideos. Durch die Verbindung mit Interaktivität kann das vermittelte Wissen einfach und schnell abgefragt werden. So hat der Nutzer einen Mehrwert und die Möglichkeit für ein positives Nutzererlebnis. Zudem vertieft dies die vermittelten Informationen meist noch einmal und diese werden besser verarbeitet und abgespeichert.

Eine Einbindung interaktiver Möglichkeiten in ein Erklärvideo bietet natürlich auch eine Auswahl bezüglich der Vertiefung bestimmter Inhalte. Der Zuschauer ist nicht länger gezwungen, auch die Stellen anzuschauen, die er bereits weiß. Er kann gleich zu jenen Stellen springen, zu denen er etwas lernen möchte. Und weil man am meisten lernt, wenn man dabei Spaß hat, sind interaktive Erklärvideos ein absoluter Video Marketing Hit!

Interaktive Videos erstellen

Ob es um Engagement, das Erklären von Produkten oder Wissensvermittlung geht: Das Erstellen von interaktiven Videos ist immer aufwendiger, als das eines linearen Videos ohne alternative Möglichkeiten. Schon eine vernünftige Einbindung von Links, Call to Actions und ähnlichem auf YouTube verlangt nach einer besonderen redaktionellen Sorgfalt, wenn diese auch den gewünschten Erfolg erzielen sollen.

Die Erstellung von interaktiven Videos ist immer aufwendiger, als das eines linearen Videos.

Dasselbe gilt noch mehr für interaktive Videos, bei denen der Nutzer wirklich aktiv eingreift. Hier stellen sich neben dem dynamischen Storytelling, den „richtigen“ Fragen und ansprechender Optik auch technische Fragen, die Profis lösen sollten.

Als Full-Service Agentur im Bereich Video-Produktion stehen wir ihnen von Idee bis Umsetzung mit ausgesuchten Spezialisten und eigener Inhouse Redaktion bei der Umsetzung ihres interaktiven Videos zur Seite.

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